Biofeedbackgestützte Schmerztherapie

Traumatisierte Menschen, insbesondere Opfer von Gewalt, Kriegs- und Folteropfer leiden neben psychischen Störungen häufig noch Jahre nach dem Erlebten an chronischen Schmerzen. Diese Schmerzen können einerseits infolge einer bei dem Ereignis entstandenen Verletzung auftreten, andererseits auch aufgrund der allgemeinen Anspannung nach einem solchen Ereignis entstehen, z.B. Kopfschmerzen, Magenschmerzen und/oder Rückenschmerzen.

Daher wurde am bzfo in Zusammenarbeit mit dem Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer in Zürich, der Universität Southhampton, der Charité Berlin und der TU Dresden eine biofeedbackgestützte Schmerztherapie entwickelt und in einer multizentrischen Studie evaluiert. Die Behandlung umfasst 10-12 wöchentliche Sitzungen von 60-90 minütiger Dauer. Primäres Ziel dieses Ansatzes ist es, den Umgang der Patientinnen und Patienten mit den Schmerzen zu verbessern. Dadurch können sie auch die mit den Schmerzen verbundene Hilflosigkeit und Verzweiflung überwinden.

biofeedback

In der ersten Behandlungsphase wird der Fokus auf primäre psychische und somatische Beschwerden und die aktuelle Lebenssituation gelegt. Im Rahmen der Psychoedukation wird dem Patient/ der Patientin der Zusammenhang zwischen belastenden Ereignissen und Schmerzen verdeutlicht. Anschließend werden gemeinsam individuelle Entspannungsverfahren entwickelt und alternierend in zuvor explorierten Spannungs-, Schmerz- und Entspannungssituationen biofeedbackgestützt geübt.

Die dritte Behandlungsphase beinhaltet die kognitive Restrukturierung dysfunktionaler Gedanken wie z.B. “Ich kann meinen Schmerz nicht beeinflussen”. Die erlernten Methoden und Strategien zur Schmerzbewältigung und -kontrolle werden auf alltagsrelevante Situationen und Umstände übertragen. Körperliche Übungen im Rahmen der Behandlung helfen den Betroffenen ihre Aktivität zu steigern. Mittel- und langfristig lässt sich so insbesondere die auf Spannungszuständen beruhende Schmerzsymptomatik lindern.

Im Rahmen einer Studie im bzfo nahmen bislang über 30 Patienten an der biofeedbackgestützten Schmerztherapie teil. Erste Analysen zeigen eine deutliche Verbesserung im Umgang mit den Schmerzen.